
Ich bin Verena Thanner.
"Und wer sind Sie?"
Ich habe mein ganzes Leben lang gelernt, immer mehr zu werden.
Und jetzt lerne ich, einfach ich selbst zu sein.
Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Urkunden.
Schon in der Volksschule war ich Klassenbeste und hängte meine Auszeichnungen über mein Bett. Mit jeder weiteren Urkunde fühlte ich mich ein Stück größer.
Dann begann ich früh neben der Schule zu arbeiten, übernahm Verantwortung und lernte, auf eigenen Beinen zu stehen.
Später wurde ich Filialleiterin einer Bank, führte Menschen und traf Entscheidungen. Danach gründete ich mein eigenes Unternehmen und baute mir als Immobilienmaklerin meinen eigenen Weg auf. Darüber hinaus übernahm ich Verantwortung in unterschiedlichen Funktionen und Gremien – unter anderem im Vorstand des Wirtschaftsbundes in meiner Region und als Mitglied des Fachausschusses der Immobilien- und Vermögenstreuhänder.
Und vielleicht war es genau der Mensch, der vor mir saß, der mich all die Jahre weitermachen ließ.
Denn ich habe nie nur die Aufgabe gesehen.
Ich habe immer den Menschen dahinter gesehen.
In der Bank ging es für mich nie nur um Finanzierungen. Da saß ein Mensch vor mir mit einem Wunsch, einem Traum, einer Familie, einer Zukunft. Ich wollte, dass es diesem Menschen danach ein Stück besser geht. Ich wollte ihm ein Zuhause ermöglichen – manchmal ganz buchstäblich, manchmal im übertragenen Sinn.
Auch als Immobilienmaklerin sehe ich nicht nur Häuser und Wohnungen. Ich sehe Menschen, die einen Ort suchen, an dem sie leben, ankommen und sich zuhause fühlen können.
Vielleicht habe ich mein eigenes Zuhause dabei manchmal vergessen.
Ich war es gewohnt, zu funktionieren.
Und ich war sehr gut darin.
Doch irgendwann kam dieses Gefühl:
Ich komme nicht an.
Egal, was ich erreichte, wie viel ich leistete oder welche Ziele ich verwirklichte – ich wurde nicht glücklicher.
Im Gegenteil.
Je erfolgreicher ich nach außen wurde, desto deutlicher spürte ich, dass ich innerlich dabei war, mich selbst zu verlieren.
Auf der einen Seite waren Erfolg, Verantwortung und Anerkennung.
Auf der anderen Seite mein Körper, der mir immer deutlicher zeigte, dass der Preis dafür zu hoch wurde.
Gesichtslähmungen. Der Verdacht auf einen Schlaganfall. Schwere Knieoperationen.
Mein Körper begann auszusprechen, was ich selbst lange nicht hören wollte:
So kann es nicht weitergehen.
Und irgendwann stellte sich die Frage:
Wie bricht man aus einem Hamsterrad aus, wenn man Verantwortung trägt?
Denn einfach stehen bleiben war keine Option.
Da sind Fixkosten. Kunden, die etwas von dir erwarten. Mitarbeiter, die bezahlt werden müssen. Verpflichtungen, die nicht einfach verschwinden.
Und doch war die größte Erwartung immer die, die ich an mich selbst gestellt hatte.
Immer weitermachen.
Immer stärker werden.
Immer funktionieren.
Irgendwann wurde mir bewusst: Noch mehr Leistung würde mich nicht dorthin bringen, wonach ich eigentlich suchte.
Im Gegenteil. Sie hätte mich irgendwann ins Grab gebracht.
Denn was bringt es, immer mehr zu erreichen, wenn man dabei selbst immer weniger wird?
Heute weiß ich: Es geht nicht darum, aus jeder Verantwortung davonzulaufen. Es geht darum, zu erkennen, welche Verantwortung wirklich die eigene ist – und welche Erwartungen man sich selbst auferlegt.
Heute öffne ich einen Raum für Menschen, die viel erreicht haben und trotzdem spüren:
Ich komme nicht an.
Für Menschen, die Verantwortung tragen, führen, entscheiden und nach außen stark wirken – und vielleicht irgendwann merken, dass sie selbst dabei zu kurz gekommen sind.
Ich verbinde meine Lebenserfahrung mit meiner spirituellen Wahrnehmung und meiner Fähigkeit, Menschen in ihrer Tiefe zu begegnen.
Dafür möchte ich einen geschützten, persönlichen und diskreten Raum der Begegnung schaffen – einen Ort, an dem nichts bewiesen werden muss und an dem man einfach sein darf.
Ein Raum, der nicht von ständiger Verfügbarkeit lebt.
Nicht vom Funktionieren.
Nicht davon, noch mehr leisten zu müssen.
Sondern von echter Begegnung.
Denn manchmal geht es im Leben nicht darum, noch mehr zu erreichen.
Sondern darum, endlich anzukommen.
Bei sich selbst.
Oder vielleicht beginnt dort einfach:
Sie.
